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Religion » Muß man sich alles gefallen lassen ?
Diskussions-Beitrag:
TiTo`s Mum
Noob
Posts: 5



Verfasst am 07.07.2011 um 19:33 Uhr

Vor 16 Monaten musste ich den schwersten Verlust meines Lebens erleiden. Mein einziges Kind ging zu den Sternen. Im größten Schmerz galt es Entscheidungen zu treffen, die ich nie treffen wollte. Damals erzählte mir der Bestatter von einer relativ neuen Bestattungsart. Dem Baumbegräbnis. Damit konnte ich zuerst nichts anfangen. Doch auf nachfragen wurde mir erklärt, das die Urne in dem Wurzelbereich eines Baumes beerdigt wird. Der Baum selbst müsse naturbelassen bleiben, dafür habe man aber auf einem separaten Platz die Möglichkeit dort dauerhaft Blumen etc. abzulegen. Das war für mich der ausschlaggebende Grund mich für diese Bestattungsart zu entscheiden. Zumal sich mein Sohn für eine Einäscherung ausgesprochen hatte. In dem Nutzungsvertrag der Stadt Arnsberg, den ich einige Wochen später erhielt, war ebenfalls die Passage enthalten, das ich im Eingangsbereich die Möglichkeit habe Blumen etc. abzulegen. Darauf habe ich mich verlassen und konnte (genau wie andere Hinterbliebene) dort ca. 14 Monate von der Stadt Arnsberg unbehelligt den Grabschmuck niederlegen.

Im April 2011 war diese Stelle plötzlich leergeräumt und stattdessen ein Schild aufgestellt. Darauf wurde mitgeteilt das ab sofort kein Grabschmuck mehr gestattet ist. (nur noch zur Bestattung selbst) Von dieser Entscheidung wurde ich völlig überrascht. Niemand wurde vorab darüber informiert. Das Friedhofsamt erklärte mir dazu, das dies ein zu großer Verwaltungsaufwand gewesen wäre und ich das nicht erwarten darf. Sie hätten das eben jetzt so entschieden und ich müsse das akzeptieren. Ferner wurde mir vorgeschlagen, die Urne (wobei es sich um eine biologisch abbaubare Urne handelt) wieder auszugraben und mich nachträglich für ein Urnengrab zu entscheiden. Das würde dann nur entsprechend teurer und es wäre auch noch "etwas" zum Umbetten vorhanden. Von Feingefühl oder Gespür für meine Situation - KEINE SPUR !

Seit damals kenne ich mich besser mit Baumgräbern aus. Und ich weiß das es oft nicht üblich ist, das man an Baumgräbern Grabschmuck ablegen kann. Doch hier wurde einfach mal so einseitig die Satzung geändert und ein bestehender Vertrag gebrochen. Dafür habe ich kein Verständnis, denn von uns Bürgern wird ja auch verlangt, das wir uns an Verträge und Gesetze halten.

Auch in anderen Städten ist man offenbar mit der großen Nachfrage nach Baumgräbern überfordert und versucht (wie z.B. in München), diese so wunderbare Art der Bestattung mit allen Mitteln wieder unattraktiver zu machen.

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/friedhoefe-in-muenchen-boom-der-baumgraeber-1.361395

SORRY, ist jetzt leider etwas lang geworden. Und das mit dem Hyperlink hat nicht funktioniert.
Kommentare:
#11 von:
Hunter Rose
Freak
Posts: 3031



Verfasst am 30.07.2011 um 14:50 Uhr

Wow, freut mich fuer Dich das zu hoeren. Das macht Hoffnung. Druecke dir und den anderen Betroffenen die Daumen, dass die ganze Sache positiv endet.

A gentleman is a man who can play the accordion but does not. -Tom Waits-

#10 von:
TiTo`s Mum
Noob
Posts: 5



Verfasst am 30.07.2011 um 14:40 Uhr

Es bewegt sich was!

Schon vor Wochen wurde mir geraten, mich an einen bestimmten Herrn zu wenden, der Vorsitzender im Betriebsausschuss der Stadt Arnsberg ist. Und Anfang der Woche wurde mir auch vom Ortsvereinsvorsitzenden der SPD in Arnsberg empfohlen mich mit meinem Anliegen an ihn zu wenden. Am Mittwoch habe ich ihn dann angerufen. UND - WAS SOLL ICH SAGEN !!! Es war ein langes und wirklich gutes Gespräch mit ihm. Es gibt sie noch: POLITIKER UND BEAMTE MIT HERZ !!!

Ich hatte nicht nur das Gefühl wirklich mal gehört zu werden, nein - er gab mir auch in jedem einzelnen Punkt recht. Das Problem ist der Zeitpunkt. Ähnlich wie bei Amtsgericht & Co. (2 Monate Gerichtsferien) gibt es auch in der Politik und bei den Kommunen eine Sommerpause. Trotzdem ist es ihm gelungen kurzfristig einen Termin für mich mit dem Leiter des Friedhofsamtes zu organisieren. Und so haben wir dann gestern lange zu dritt zusammen gesessen und die Problematik erörtert. Die Friedhofsverwaltung hat zugegeben das sie einen großen Fehler gemacht hat und sich ausdrücklich für die unsensible Vorgehensweise bei mir entschuldigt.

Es wurde mir die Möglichkeit gegeben, ausführlich meine Situation darzulegen und habe dabei großes Verständnis erfahren. Auch haben wir (auf Augenhöhe!) verschiedene Optionen diskutiert. Unter anderem die Wiedereinführung des ursprünglichen Zustandes (also das Entfernen des Verbotsschildes). Oder aber auch die Errichtung einer zentralen Gedenkstätte. Wie genau das aussehen wird, steht im Moment noch nicht fest. Und die Entscheidung wird auch erst (wegen der oben schon genannten Sommerpause) im September fallen. Doch der jetzige Zustand wird definitiv wieder geändert.

Aber es besteht Anlaß zu vorsichtigem Optimismus. Jetzt heißt es Geduld zu haben und weiter Daumen drücken. Und in der Zeit bis dahin habe ich, wie vorher auch, die Möglichkeit auf dem Friedhof eine Kerze für meinen Sohn anzuzünden.
#9 von:
Trax
Forenbesucher
Posts: 335



Verfasst am 22.07.2011 um 16:46 Uhr

Ohne mir jetzt alle antworten durchzulesen*zugeb*


Nimm den Vertrag und geh damit zu einem Anwalt denn wenn es tatsächlich so ist das der Vertrag gebrochen wurde und keine klauseln enthält die es es der Stadt möglich machen ihre pflichten zu umgehen, kannst du erreichen das du dort wieder wie vereinbart Blumen ablegen darfst. Zusätzlich könntest du noch auf "Schadenersatz" klagen, unabhängig davon ob du dort wieder Blumen ablegen darfst oder nicht. Das ist natürlich nebensächlich aber ein derartiges vorgehen der Stadt ist moralisch/ethisch sehr verwerflich und kann teuer werden.


Mein Beileid und alles Gute.
#8 von:
TiTo`s Mum
Noob
Posts: 5



Verfasst am 12.07.2011 um 18:40 Uhr

@ all

vielen Dank für Eure Antworten, und Vorschläge. Ich bin überwältigt wieviele Gedanken Ihr Euch gemacht habt. Vielleicht hat die Stadtverwaltung ja wirklich das Recht ihre Satzungen so oft zu ändern, wie sie mag und für richtig erachtet. Doch dies ist ein äußerst sensibler Bereich. Und die Stadt hat völlig vergessen das es hier um intensive Gefühle geht die man nicht mal so eben abstellen kann. Natürlich konnte und mußte ich mich in dieser absoluten Ausnahmesituation auf das verlassen können was man mir zuerst mündlich und danach schriftlich zugesagt hat. An diesem Tag, als es galt solche Entscheidungen zu treffen, war ich überhaupt nicht in der Lage irgendetwas zu denken. Geschweige denn die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, das irgendwann einmal diese Satzung einfach so geändert würde. Ich bestand nur aus Schmerz und Trauer. Mußte mein einziges Kind beerdigen.

Wie hätte ich auch in dieser Situation ahnen können, das sich die Bedingungen jederzeit ändern können???
Wie hätte ich auch ahnen können, das ich in einem Moment des größten Schmerzes daran denken muß einen Anwalt mit zum Bestatter zu nehmen???

Der Gang zum Friedhof war für mich ein wichtiges Ritual. Meinem Kind dort wo er seine letzte Ruhe gefunden hat, Blumen bringen zu können, war ein wichter Teil bei der Bewältigung dieses unglaublichen Schmerzes. Das mir das jetzt verboten wurde ist ein weiterer schlimmer Einschnitt für mich und hat mich wieder weit zurückgeworfen. Leider kann ich dabei nur von mir sprechen. Denn bisher hat sich kein weiterer Betroffener gemeldet. Es ist traurig aber wohl auch typisch für Deutschland sich nicht zu wehren. Widerspruchslos alles hinzunehmen was "weiter oben" beschlossen wird. In meinem privaten Umfeld erfahre ich viel Unterstützung, doch ansonsten stehe ich allein. Kein anderer Betroffener mag oder traut sich, bei dem Thema Stellung zu beziehen.

Am Tag als der Artikel in der hiesigen Zeitung erschien, lief im WDR Fernsehen abends ein Beitrag zu diesem Thema. Dort kam aber nur der Pressesprecher der Stadt Arnsberg zu Wort. Wenn man ihm zuhört könnte man den Eindruck bekommen das es schon immer so war, das es nur zur Bestattung erlaubt war dort etwas abzulegen. DEM IST NICHT SO!!! Außerdem versuchte er die Bestatter "in die Pflicht zu nehmen". Sie müssten mehr Aufklärungsarbeit leisten. Auch das sehe ich anders. Denn die Bestatter geben nur die Informationen an die Hinterbliebenen weiter, die sie so vorher von der Stadtverwaltung erhalten haben. Ich habe dann letzte Woche eine Mail an die Redaktion des WDR geschrieben und erklärt wie sich die Situation für mich als Betroffene darstellt. Bis heute habe ich nicht einmal eine Antwort darauf bekommen. Mein Wille an der jetzigen Situation wieder etwas zu ändern, ist ungebrochen. Doch ich laufe bisher nur gegen Wände aus Sturheit, Ignoranz, Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit.

Trotzdem würde ich gerne mehr tun. Eine Unterschriftenaktion z.B. oder die von Lifthrasir vorgeschlagene Petition. Leider kenne ich mich damit nicht genügend aus und dieses ewige "vor die Wand laufen" ist sehr zermürbend und kostet Kraft die ich eigentlich nicht habe.

Ich habe es schriftlich das die Baumgräber selbst (also die Bäume und der Bereich wo sie stehen) "naturbelassen" bleiben sollen. Aber, (Zitat) es besteht die Möglichkeit, Blumen und Gestecke pp. am Eingangsbereich des Grabfeldes auf einer EXTRA hierfür gestalteten Fläche abzulegen! Das klingt für mich sehr eindeutig. Und jetzt soll das alles nicht mehr gestattet sein? Und der Vorschlag der Friedhofsverwaltung meinen Sohn "umzubetten" klingt für mich (mit Verlaub) nach einer "Einnahmequelle" für die Stadt.

liebe Grüße, TiTo`s Mum

PS: mit den Damen und/oder Herren, die sich auf einem Friedhof über Blumen und Kerzen beschweren, möchte ich mich auch zu gern einmal unterhalten...
#7 von:
Lifthrasir
Gelegenheits-Poster
Posts: 478



Verfasst am 08.07.2011 um 13:14 Uhr

Ich habe den Bericht auch gerade gelesen. Mit der Idee sich an die Bildzeitrung zu wenden, betrachte ich auch - wie ich auch schon sagte - mit gemischten Gefühlen, kann es jedoch eine wirkungsvolle Möglichkeit der Umstimmung sein --- wäre nicht das erste Mal.

Meine Meinung zu dem Bericht ist schlichtweg, dass hier menschenverachtend gehandelt wurde.

1. Die "Menge" des Grabschmuckes liegt wohl eher an den unter einem Baum bestatteten Toten, als an dem Grabschmuck des Einzelnen. - Hier sollte sich die zuständige Behörder an ihre Nase fassen, ob sie nicht zu gierig in der Planung der Belegung und den damit verbundenen Einnahmen waren?
Zitat: "Wir hatten zunächst mit jährlich 20 bis 25 Baumgrab-Bestattungen gerechnet, doch die Nachfrage war viel größer. Im Jahr 2009 gab es 56 Baumgrab-Bestattungen, 2010 waren es schon 115“, berichtete Hammel, ..."
Dieser Kommentar hört sich zwangsläufig nach einer typischen Überbelegung an.


2. Können Verträge nicht einfach lapidar ohne Ankündigung und ohne Anhörung aller beteiligten Personen geändert werden, das ist schlichtweg Vertragswidrig! Wenn das Ablegen von Blumen jederzeit vertraglich gestattet ist, dann ist der Vertrag bis Ablauf gültig oder kann nur im Einverständnis aller - ich betone, aller Beteiligten geändert werden!

3. Wenn ich lese, das sich Besucher des Friedhofs über den Grabschmuck beschwert haben, dann frage ich mich wie weit es in Deutschland schon gekommen ist - wöfür ist denn ein Friedhof gedacht? Für Spaziergänger oder Tote und den Menschen, die um die Toten trauern?
Zitat: "Über die Größe und das Aussehen dieses Blumen- und Grablichterfelds seien dann einige Beschwerden von Friedhofsbesuchern an die Friedhofsverwaltung herangetragen worden. „Die Friedhofsverwaltung sah sich daher zum Handeln veranlasst“, meinte Hammel, zumal das Baumgrabfeld, in dem Urnen eingesetzt werden, einen naturbelassenen Eindruck vermitteln solle."
Die Beschwerden wurden bestimmt nicht von Menschen eingereicht, die dort um Tote trauern! Daher frage ich mich wie oft wir noch lesen müssen, dass sich intollerante Menschen über den Zweck von bestimmten Zweckbestimten Plätzen, wie zum Beispiel Kindergärten, Spielplätzen und jetzt auch noch Friedhöfen, beschweren und den, nach meiner Meinung nach, unsinnigen Beschwerden auch nocht stattgegeben wird???

Dafür habe ich keine Worte mehr!!!

Zu klären wäre, ob der Punkt "Naturbelassenen Eindruck", der einen Gummiparagraphen gleich kommt, so in den Verträgen formuliert war.

Einenn über das arme Deutschland kopfschüttelnden Gruß vom Lifthrasir

Jeder hat seine eigene Wahrheit - sie muss nur ehrlich und klar definiert werden.

#6 von:
Hunter Rose
Freak
Posts: 3031



Verfasst am 08.07.2011 um 09:29 Uhr

Habe gerade den Bericht im Westen gelesen. Es ist mir unverstaendlich, dass es der FReidhofsverwaltung ein zu großer Verwaltungsaufwand ist, ca. 115 Menschen zu informieren, die ihre Angehoerigen dort unter den Baeumen begraben haben. Dies klingt mir eher nach einer billigen Ausrede, um sich von vorneherein ueber etwaige Widerstaende hinwegzusetzen. Ebenso unverstaendlich ist es, dass nun gar keine Blumen dort abgelegt werden koennen, weil sich einige FRiedhofsbesucher dadurch gestoert fuehlen. Ich frage mich wieso? Wenn dadurch jetzt Laufwege versperrt wuerden, dann koennte man dies ja noch nachvollziehen, aber dem scheinbt ja nicht so zu sein. Ich denke, dass sind Leute, die beschweren sich grundsaetzlich ueber alles und jeden. Man stelle sich vor, wie diese reagieren wuerden, wenn man ihnen sagen wuerde, sie sollen bitte ihre Blumen vom GRab entfernen, weil man es als stoerend empfindet. Dass die Friedhofsverwaltung diesen Beschwerden einfach so nachgibt und nicht einmal versucht einen Kompromiss herbeizufuehren, zeugt von der großen Ignoranz und dem Unvermoegen dieser Behoerde .

Lifthrasirs Vorschlag als letzte Moeglichkeit betrachte ich eher kritisch, weil ich diesem Blatt sehr sehr kritisch, eher ablehnend gegenueberstehe. Du musst dich dann darauf einrichten, dass deine Trauer eventuell ziemlich ausgeschlachtet wird, aber irgendwie hat die Idee etwas und vielleicht ist es auch ab und an ganz gut, wenn man sich als Privatperson ein bisschen Populismus leistet.

Ich wuensche dir und den anderen Betroffenen bei ihren Bemuehungen viel Erfolg.

A gentleman is a man who can play the accordion but does not. -Tom Waits-

#5 von:
Lifthrasir
Gelegenheits-Poster
Posts: 478



Verfasst am 08.07.2011 um 04:33 Uhr

Hallo Tito's Mum,

Ein herber Verlust, Eltern sollten nicht ihre Kinder zu Grabe tragen!

Ich empfinde es als unverschämt wie in Deinem Fall und somit auch im Falle der anderen Betroffenen mit der Trauer und dem Verlust durch die Behörden umgegangen wird.
Ich kann verstehen, das Arbeit Menschen durch den alltäglichen Umgang "abstumpfen" lässt, doch gibt es gewisse Bereiche, da hat ein Abstumpfen einfach nichts zu suchen - Trauer ist ein solcher Bereich!

Ich denke auch, das Du Dir bestimmt nicht alles gefallen lassen musst! Ich denke auch, es gibt zwei Wege, einmal den rechtlichen Weg, denn Verträge können nicht einfach so lapidar geändert werden. Zweitens der Weg an die Öffentlichkeit um dadurch Druck auf die Behörde zu erwirken. Wenn die örtliche Presse nicht den gewünschten Erfolg brint, gibt es noch andere Wege, die ich jedoch mit gemischen Gefühlen aufzeige...

...gemeint ist die Bildzeitung, die sich gerne über solche menschenverachtende Skandale hermacht, nur eben teilweise auf recht fragwürdige Weise.

Zwei Dinge würden Deine Geschichte interessant für diese Zeitung machen. Einmal das "Sommerloch" (weswegen bestimmt kaum Reaktion auf den Bericht in der örtlichen Presse zu erwarten ist) in dem natürlich nach "Stoff" gesucht wird. Und zum anderen, da eben solch ein Thema als Skandal menschlich sehr aufgebauscht werden kann weil jeder Mensch mit Dir fühlen kann.

Ich bin der Ansicht, dass Du die ersten richtigen Schritte unternommen hast. Die Öffentlchkeit kann Dir helfen, zum Beispiel kannst Du eine Petition formulieren und zur Unterschriftensammlung der Öffentlichkeit vorlegen - ich würde Dich auf jeden Fall unterstütrzen!

Die Bildzeitung sollte wirklich die letzte Möglichkeit sein, aber eine Androhung sich an jenes Blatt zu wenden, lässt so manchen Sturkopf dann doch wach werden lassen, denn obwohl das Blatt belächelt wird - dort erwähnt zu werden möchte dann aber doch keiner.
Keiner will sich als Leser der Zeitung outen und doch wissen alle Bescheid und kennen nicht nur die Titelseite.

Ich wünsche Dir trotz der Trauer und der unverschämten Behandlung viel Kraft und Durchhaltevermögen!!!

Einen lieben Gruß vom Lifthrasir

Jeder hat seine eigene Wahrheit - sie muss nur ehrlich und klar definiert werden.

#4 von:
Bassy1990
Rookie
Posts: 51



Verfasst am 07.07.2011 um 22:08 Uhr

Zunächst einmal auch von mir herzliches Beileid von meiner Seite..

Also ich muss zugeben, habe heute zum ersten mal von dieser Art der Bestattung gehört, aber dennoch finde ich, sollte jede art der Bestattung auch die Möglichkeit finden, den Angehörigen auch nach der Beisetzung zu Gedenken!
Ganz egal ob jetzt in den Tagen danach oder noch nach Jahren.
Und bei "normalen" Friedhofsgräbern ist es ja auch möglich noch Jahre danach Blumen ect. abzulegen und unter anderem auf diese Art den Verstorbenen zu gedenken!
Warum sollte es auch so anders sein?!

Ich persönlich kann Sie vollkommen verstehen, wenn Sie sich von der Stadt Arnsberg hintergangen fühlen!
Ich hoffe für Sie und alle anderen Hinterbliebenen, dass sie eine Möglichkeit finden, Ihr Recht einzufordern!

Viel Erfolg und alles gute auf weiteren Wegen

Bassy1990
#3 von:
TiTo`s Mum
Noob
Posts: 5



Verfasst am 07.07.2011 um 21:10 Uhr

@ Hunter Rose und Remaster

Vielen Dank für Eure Beiträge. Ich sehe es genauso wie Ihr. Diese Entscheidung der Stadt Arnsberg ist zumindest fragwürdig. Es kann doch nicht sein das ich meinem Sohn nie mehr Blumen oder ein Grablicht zum Friedhof bringen kann.

Als der Beamte mir vorgeschlagen hat ihn umzubetten war ich ehrlich gesagt so geschockt, das mir gar nichts mehr eingefallen ist. Ich konnte ihm gerade noch sagen, das hier mit den Gefühlen von trauernden Menschen gespielt wird.

Zur Zeit versuche ich die rechtliche Seite prüfen zu lassen. Und an die hiesige Presse habe ich mich schon gewandt. Am 1. Juli erschien der Artikel. Aber es gab noch keine Reaktionen darauf. Leider bekomme ich das mit dem Hyperlink nicht hin.

http://www.derwesten.de/staedte/arnsberg/
#2 von:
Hunter Rose
Freak
Posts: 3031



Verfasst am 07.07.2011 um 20:06 Uhr

Zunaechst einmal mein Beileid zu deinem schrecklichen Verlust.

Das mit Trauendern und engsten Hinterbliebenen so umgesprungen wird ist schon sehr grenzwertig. Feingefuehl scheinen die Damen und Herren in der Verwaltung wohl auch nicht zu besitzen. Im Kopf mehr Beamter als Mensch, sowas trifft man in dieser Berufsgattung leider viel zu oft. Ich glaube bei ienm derart formulierten Vorschlag, so wie du ihn geschildert hast, waere ich dem betreffenden Menschen an die Gurgel gegangen.
Ich frage mich gerade auch, ob die Friedhofsverwaltung einfach so eine Satzung aendern kann, ohne die 'Vertragspartner' darueber zu informieren. Der angeblich zu hohe Verwaltungsaufwand klingt als Ausrede ziemlich schwach. Ich denke mal, die Leute dort hoffen, dass man diese Entscheidung widerspruchslos hinnimmt.

NRW hat schon eine sehr seltsame Friedhofs - und Totenruheordnung. Als meine Mutter starb, haben wir gefragt, ob wir die Urnenbeisetzung nicht bei uns im Garten, unter ihrem LIeblingsbaum, vornehmen duerften. Man hat uns angeschaut, als waeren wir Wilde. Mein Vater hat mir dann spaeter genaue Anweisungen gegeben, in welches Krematorium ich im Falle seines Todes fahren soll, damit wir, seinen Wuenschen gemaeß, einen Teil davon dem Meer uebergeben koennen.

Vielleicht solltest du dich mal mit anderen Betroffenen kurzschließen, noch mal das Gespraech mit der entsprechenden Behoerde suchen und dir von denen nachweisen lassen, dass es rechtlich einwandfrei ist, das die Satzung einseitig und ohne jegliche Information geaendert werden darf oder sich eben selbst mit mehreren Leuten kundig machen, wie es da rechtlich ausschaut. Vielleicht koenntet ihr dann sogar darueber nachdenken die Lokalpresse zu kontaktieren.

Ich hoffe, du erreichst in diese Angelegenheit etwas und wuensche dir viel Erfolg

A gentleman is a man who can play the accordion but does not. -Tom Waits-

#1 von:
Tommy83
Forenbesucher
Posts: 236

Verfasst am 07.07.2011 um 19:58 Uhr

ich würde mir diesbezüglich einen anwalt nehmen, ein vertrag, der vor satzungsänderung zustande gekommen ist und für einen bestimmten zeitraum ausgesprochen wurde, darf nicht nach so einer änderung einfach zurückgenommen werden. wenn der beamte der stadt aus dem dienst austritt, sprich in pension geht, muss der nachfolger trotzdem den abgeschlossenen vertrag aufrecht erhalten.

und wegen dem umsetzen der urne da hätte ich vom friedhofsamt echt mal mehr taktgefühl und mitgefühl erwartet!!! leider sieht man aber daran, dass alle nur hinter dem eigenen profit her sind!!! sagtest ja eine umsetzung und ein nachträgliches urnengrab auf dem friedhof würden immense kosten bedeuten... :-(

ich wünsche dir und deinem viel zu früh verstorbenen sohn, dass du die richtige entscheidung treffen wirst, und die Totenruhe nicht zu sehr darunter leidet!

Alles Gute!
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