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Fernost am Rhein

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(01.05.2010) „Better City, Better Life“ lautet das Motto der Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai.
Ab Mai präsentieren sich in der ostchinesischen Metropole 227 Länder und
Organisationen für ein halbes Jahr der Weltöffentlichkeit. Unter ihnen neben
Hamburg, Bremen und Freiburg auch Düsseldorf. Mit dem Themenbereich
„Lebenswerte Stadt“ zeigt sich die Rheinmetropole in Shanghai gastfreundlich und weltoffen.

In Düsseldorf selbst wird aber auch einiges getan, um Gäste aus Fernost willkommen zu heißen. Wir haben uns einmal umgesehen und dabei Erstaunliches entdeckt.
China: Hochkultur und Wirtschaftsmacht, Reich der Mitte und Volksrepublik.

Fast nirgendwo sonst auf der Welt liegen jahrtausendalte Kultur und moderne Wirtschaft so dicht beieinander wie hier.
Aber: Wir befinden uns hier nicht in China, sondern mitten in Deutschland.

ON Linda Tang
“Herzlich Willkommen in Düsseldorf!” Diesen Satz sagt Linda Tang häufig.

Denn die Chinesin leitet ein Reisebüro. Mitten in der Rheinmetropole.
Zusammen mit einer Handvoll Mitarbeiter begrüßt sie vorwiegend Gäste aus dem
asiatischen Raum.

O-Ton Linda Tang:
„Düsseldorf ist bekannt als Handelsstadt. Das ist ein wichtiger Grund für chinesische Geschäftsleute, in eine Stadt zu ziehen, wo man Chancen und Möglichkeiten finden kann.“

Außerdem hilft Düsseldorf kräftig beim Unternehmensaufbau und später beim Betrieb.
Das China-Kompetenzzentrum – ein Gemeischaftsprojekt der Wirtschaftsförderung, der IHK und der Messegesellschaft in Düsseldorf – steht jedem chinesischen Unternehmer vielfältig mit Rat und Tat zur Seite.

Übrigens auch umgekehrt, falls ein Deutscher in China Geschäfte machen will.
Eigens für die rund 2.000 Chinesen gibt es in der Landeshauptstadt außerdem das Düsseldorf-China-Zentrum. Ein Restaurant, ein Teehaus und eine Arztpraxis mit traditionellen, chinesischen Heilverfahren stehen den Gästen hier zur Verfügung.
Auch Fei Tong ist hier mit seiner Familie öfter zu Gast. Seit 20 Jahren lebt der Unternehmer zusammen mit Ehefrau Yan Ma und seinen beiden Kindern Wen und
Tong vor den Toren Düsseldorfs.

O-Ton Fei Tong:
„Das ist normal bei uns. Zuhause trinken wir auch Tee. Hier können wir auch Tee trinken und Freunde treffen.“
Als Treffpunkt für Chinesen in und um Düsseldorf soll dieser Ort außerhalb Chinas weltweit einmalig sein.

O-Ton Tong Tong, Sohn:
“Das ist die erste deutsche Stadt, in die ich gekommen bin. Ich bin mit sieben Jahren hier her gekommen und erst einmal zur Schule gegangen… in die Grundschule. Das waren die ersten deutschen Erlebnisse in Düsseldorf. Ich habe meine Freunde hier kennengelernt. Ich könnte mir schon vorstellen, hier für immer zu bleiben.“

10.000 Kilometer von seiner Heimat entfernt fühlt sich Fei Tong dennoch zuhause.
Obwohl der Pekinger nur fürs Studium nach Deutschland kam, hat es ihn hier
gehalten. Inzwischen hat er sich hier eingelebt und leitet eine Elektronikfirma.

O-Ton Fei Tong, Unternehmer:
„Düsseldorf ist eine typische, deutsche Stadt, aber internationaler als andere Städte. Hier können wir gute Mitarbeiter finden, gute Geschäfte machen und mit der Familie gut leben“

In und um Düsseldorf haben sich inzwischen viele chinesische Unternehmen
angesiedelt. Ein großer Vorteil für den Wirtschaftsstandort: die zentrale Lage. Die europäischen Nachbarländer sind allesamt schnell zu erreichen.
Für Oberbürgermeister Dirk Elbers liegt der Grund, warum sich so viele Chinesen zum Rhein hingezogen fühlen, aber nicht nur an der zentralen Lage.

O-Ton OB Dirk Elbers:
„Wir haben fast 300 chinesische Unternehmen in Düsseldorf mit steigender Tendenz, und das zeigt einfach, dass man hier in Düsseldorf gute Geschäfte machen kann. Im Gespräch mit dem Generalkonsul eben wurde das noch einmal deutlich. Es läuft hier einfach gut und man fühlt sich hier gut aufgenommen. Das macht es aus.“

Trotz des Fernwehs, das Linda Tang und auch Fei Tong manchmal überkommt –
vorerst möchten die beiden in Düsseldorf bleiben. Denn neben einem Job haben sie hier inzwischen auch etwas gefunden, was vielleicht noch wichtiger ist: Freunde.
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