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Emotionen zum Genießen - wenn Frauen Wein machen

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(10.05.2018) Klar, ein Rotweinfleck auf dem neuen weißen Ledersofa erzeugt Emotionen, auch
Schampus geschlürft aus dem Bauchnabel einer wundervollen Frau lässt so
manches Herz höher Schlagen, aber in Wirklichkeit erzeugt doch ein gutes
Tröpfchen auch im Glas unter der Nase und beim Umspülen der Zunge ein Gefühl
des Glücks. Wenn jetzt eine Frau Wein produziert, sagt so mancher Psychologe
voraus, dass schon der Entstehungsprozess des Traubenprodukts viel stärker mit
Emotionen aufgeladen ist, als wenn ein Mann Mostpresse und Barrique befüllt.

Wir gehen der Sache auf den Grund. Auf einem Weingut im Rheinhessischen.
Eva Vollmer dürfte eigentlich gar nicht hier sein. Normalerweise hat die diplomierte Winzerin gar keine Zeit. Der Weinberg ist zwar Passion und Job zugleich, die Posaune, die Doktorarbeit oder schweres Schneeräumgerät am Frankfurter Flughafen sind ihre zeitaufwändigen Hobbies. Im Grunde aber schlägt Evas Herz seit 2007 ganz und gar für den Weinbau. Und es schlägt stark, voller Gefühl für den Wein. Typisch weiblich, wie sie sagt.

ON Eva: Es ist sehr viel Emotion mit dabei, bei Damen ist ja oft viel Emotion mit dabei, ist ja oft ganz emotionsgeladen. Und die Weine sind wie die eigenen Kinder, man hat da ganz viel Gefühl drin. Aber wenn man merkt, da stimmt was nicht, oder ‘ich kann das nicht mit mir vereinbaren’, dann muss man lernen, sich davon zu trennen.”

Nicht radikal, aber konsequent, so betreibt Eva Vollmer den Weinbau. Ganz
ökologisch geht es auf ihrem Gut hier im Rheinhessischen zu. Sie achtet
kompromisslos auf Qualität. Vergleichsweise kleine Erträge sind das Ergebnis, aber eben auch ein Spitzenwein.

Resultat: Ihr Riesling ist die Entdeckung des Jahres im Gault Millaut – dem Gourmet-Weinführer.

ON Eva: “Wein ist letzendlich subjektiv, aber ich freu mich dann auch, wenn man aus verschiedenen Richtungen hört: “ja, das ist ganz toll”. Oder wenn man hört,‘ach, ich würd dann doch lieber einen Mosel oder einen Rheingau-Riesling trinken, da mag ich die Säure lieber’, da muss man genauso mit leben”.
Aber obwohl ihr Wein jetzt von hoher Stelle geadelt wurde, ist jedes Weintasting für Eva immer wieder aufregend.

OFF Eva: “Ja, ich fühl’ das 100% mit, das ist Eva in flüssig in den Flaschen.”
Darum ist die junge Winzerin hier in Düsseldorf grade auch relativ aufgeregt. Im Vorfeld der Messe ProWein darf sie ihren prämierten Tropfen einem Fachpublikum vorstellen. Weinjournalisten und Sommeliers probieren, was Joel Payne in seinem Gault Millau als Geheimtipp präsentiert: Evas Riesling.

ON Payne: “Was ausschlaggebend war für Eva Vollmer war nicht, dass sie eine
Frau war, das hat keine Rolle gespielt. Das war eine schöne Zugabe. Wichtig war,dass es beinahe ihr erster Jahrgang war. In vielen Fällen können wir eigentlich immer noch von “Newcomern” sprechen, wenn die bei ihrem fünften oder zehnten Jahrgang sind, hat immer noch niemand von denen gehört. Aber dass eine bereits in ihrem zweiten Jahrgang und mit einer so kleinen Menge einen so guten Eindruck hinterlässt, das ist eher selten.”

Tatsächlich, erst 2007 hat Eva angefangen, Wein zu produzieren – in diesen
Weingärten und mit von ihr selbst finanzierten Winzereitechnik. Jetzt ist das Konto leer, aber das könnte sich bald wieder ändern, wenn der Riesling hält, was der Gault Millau verspricht.
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