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Gut leben mit Psoriasis - topfit trotz Schuppenflechte

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(16.01.2020) Niemand weiß genau, woher sie kommt und wie sie entsteht. Und doch leiden viele Deutsche an Schuppenflechte – oder medizinisch: Psoriasis. Die Hautkrankheit gilt als chronisch und nicht heilbar. Rote Flecken, Schuppen und lästiges Jucken können das Selbstwertgefühl der Betroffenen mindern
und bis zur sozialen Isolation führen.
Die Behandlung galt bislang als zeitaufwendig und umständlich: Mehrmals täglich mussten sich die Patienten mit einer Salbe einreiben – häufig verbunden mit störendem Geruch. Viele hielten sich daher nicht an die Therapieregeln, jetzt machen patientenfreundliche Medikamente neuen Mut.
Dass die Krankheit nicht ausgrenzen muss, zeigt Ariane Hingst. Die Fußballspielerin holte mit der deutschen Nationalmannschaft zwei Weltmeisterschaftstitel – trotz Schuppenflechte.Ariane Hingst gehört zu den erfolgreichsten Sportlerinnen Deutschlands. Und auch in diesem Jahr versucht die zweifache Fußballweltmeisterin den Pokal im eigenen Land erneut zu verteidigen. Denn nach 2003 und 2007 hoffen die Fans auf den dritten Sieg in Folge.

O-Ton Ariane Hingst:
„Ich bin von klein auf mit der Schuppenflechte groß geworden. Ich hab das von meiner Mutter geerbt, bin aber von Anfang an damit erzogen worden, dass es nichts Schlimmes ist, was ich habe. Es ist nun mal so, man kann es nicht ändern, man kann es so gut es geht, behandeln, aber es wird wahrscheinlich nie weggehen. Ich hab da immer ein sehr gutes Selbstvertrauen von meinen Eltern mitgegeben bekommen und von daher habe ich noch nie Probleme damit gehabt, das auch öffentlich zu zeigen.“
Das ist Ariane Hingst, die in der Öffentlichkeit steht. Doch was viele nicht wissen: Die Spitzensportlerin hat seit ihrer Kindheit Schuppenflechte – ebenso wie zwei Millionen Deutsche. Je nach Verlauf und Ausmaß kann die Erkrankung die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken.
Die roten, stark schuppenden Flecken auf der Haut und häufiges Jucken beeinträchtigen bei Vielen den Alltag und das Selbstbewusstsein. Die Betroffenen fühlen sich von ihrem Umfeld ausgegrenzt, nicht attraktiv und verkriechen sich am liebsten – aus Angst, unangenehm aufzufallen. Auch Ariane Hingst kennt das Gefühl, von anderen wegen ihrer Krankheit schief angesehen zu werden – doch sie lässt sich davon nicht beeindrucken.

O-Ton Dr. Eva Wlodarek:
“Noch wichtiger als das Äußere, also wie ich mit anderen umgehe, ist vor allen Dingen, dass ich mein Selbstwertgefühl aufbaue. Da gibt es tatsächlich die Möglichkeit, dass ich nicht wie das Kaninchen auf die Schlange immer nur auf meine Schuppenflechte, auf meine Krankheit, schaue, sondern dass ich
den Fokus auf das lege, was an mir schön ist und was gut ist. Indem ich umdenke, auf diese Weise werde ich auch mehr Selbstvertrauen bekommen.“
Schuppenflechte ist eine oft erbliche Hautkrankheit, die nicht heilbar ist. Sie kann in jedem Alter auftreten; häufig bedingt durch Stress. Umso wichtiger ist eine gute und einfache Behandlung. Aber: Rund 40 Prozent der Patienten halten sich nicht an den Therapieplan. Der Umgang mit den Medikamenten:
zu aufwendig und kompliziert. Doch neuerdings geht es auch einfacher, weiß Dario Uhlig, Dermatologe aus
Landau in der Pfalz.

O-Ton Dario Uhlig:
„Ich empfehle meinen Patienten eine Kombination aus zwei Wirkstoffen: aus einem lokalen Steroid, also einem örtlich anzuwendenden Kortisonpräparat und einem Vitamin-D-3-Abkömmling. Das ganze gibt es zum Beispiel als Gel-Formulierung. Es ist sehr gut anzuwenden auf der Haut, es ist geruchsneutral und es färbt nicht ab.“

O-Ton Ariane Hingst:
„Ich kenne es gerade aus meiner Jugendzeit, wenn ich immer dieseSchmiercremes hatte und teilweise Handschuhe anziehen musste, dass ich die gar nicht mehr verschmiere oder eine Stunde im Haus nackt herumlaufen musste, bis das ganze eingezogen war. Das gibt es jetzt alles nicht mehr.
Man schmiert das Gel auf, es zieht sofort ein, es riecht nicht, man sieht es nicht und man ist sofort wieder im Alltag drin. Von daher eine erhebliche Vereinfachung des Alltagslebens.“
Nicht nur für Ariane Hingst eine enorme Erleichterung. Die Sportlerin kann sich mehr auf die wichtigen Dinge konzentrieren, nämlich: die Fußballweltmeisterschaft.
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